Nebelgeister
In den Nebeln über den Wiesen gibt es allerlei Geister zu
entdecken, wenn man sie denn überhaupt sehen kann: Nebelfrauen und
Nebelfräulein, Nebelmännchen, eine Nebelkönigin, die Nebelhexe, den
Nebelriesen und vielerlei Nebeltiere geistern an nebligen Orten herum.
Geister von Menschen können sich ebenso in Nebel hüllen und sich den
Augen Neugieriger entziehen. Die Verschwommenheit und Unschärfe ist ein
beliebtes Erscheinungsmerkmal vieler Geister, sie tragen gern
Nebelkleider. Da der Nebel einerseits etwas Verschleierndes Nebulöses
und damit etwas Befremdliches und Verfremdendes hat, und sich
andererseits in seine schnell wandelnden Formen vieles
hineininterpretieren läßt, eignet er sich vorzüglich als Medium für das
Unheimliche. Aber der Nebel wallt sich besonders dicht, welche Geister
und andere Spuk- und Schreckenswesen angenommen haben. Besonders der
neuzeitliche Vampir kann seine Körperlichkeit bei Bedarf vorübergehend
ablegen, um als Nebel durch Türspalten oder Fensterritzen einzudringen.
Dieses Phänomen tauchte ursprünglich sehr häufig in chinesischen
Wiedergängersagen auf. In europäischen Sagen fand es sich seltener,
allerdings wurde gelegentlich erwähnt, daß Vampire in Form von Nebel
durch Bohrlöcher aus dem Grab entweichen würden.

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