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Nightshadow

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Friday, April 23rd 2010, 8:49pm

Die Yburg

Hallo allerseits,

auch hier wieder eines unserer Aktivitäten aus dem Jahr 2008. Auch wenn die Yburg ebenso sagenumwoben ist und von einigen Legenden beherrscht wird, so gehörte dieser Besuch eher zu unseren kulturellen Aktivitäten.....

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Ein weiteres Highlight unserer (Nightcat und meine Wenigkeit) "Burgen-Tournee" war die Ruine der Yburg.










Die Ruine der Yburg, zwischen Baden-Baden und Bühl gelegen, erhebt sich in einer Höhe von 515 Meter über NN (Normalnull) auf einem Berg aus vulkanischem Gestein.

Man vermutet, dass sich der Name aus dem mittelhochdeutschen Wort "iwe" (Eibe) herleitet. Es weist darauf hin, dass dieser Berg einst mit Eiben bewachsen war.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich natürlich die Schreibweise geändert (dies belegen Akten); um 1245 Iberch, 1246 Iberc, um 1368 zu Iberg, um 1453 Iberg das Schloss und ab 1510 Yburg.

Da bis heute keinerlei Dokumente gefunden worden sind, die über den genauen Baubeginn berichten, kann man nur anhand der gefundenen Bauelemente Rückschlüsse ziehen. Sogar über den oder die Erbauer gibt es keinerlei Anhaltspunkte.

Möglicherweise ist die Yburg als herrschaftlicher Sitz zu betrachten, der als Lehen an besonders verdiente oder auch für die Wehrpolitik wichtige Untergebene verliehen wurde. Darunter zählen zum Beispiel die Zähringer, Markgrafen von Baden.
Es existiert eine Urkunde von 1382, in der König Wenzel von Böhmen, Sohn Kaiser Karls V., Markgraf Bernhard von Baden mit der "Herrschaft Yburg" belehnt hat. Nimmt man den Baubeginn für die Mitte des 12. Jahrhunderts an, könnte es sich auch um eine Gründung der Staufer handeln. Jedoch liegt die Vermutung sehr nahe, dass ein badischer Markgraf Bauherr gewesen sein könnte, wenn man die Ausdehnung der Markgrafschaft Baden bis 1300 vergleicht.

In der Nähe befand sich der Ort Steinbach, das aus einer germanischen Markgenossenschaft hervorgegangen war. Diesem Ort wurde 1258 von König Richard von Cornwall auf Bitten des Markgrafen Rudolph I. das Stadtrecht verliehen.
Es ist anzunehmen, dass der Landesherr bald darauf das kleine Städtchen mit Mauern und einem Graben umgeben hat. Und bezieht man die Yburg als strategisch bedeutendsten Punkt in diesem Bereich mit in die Überlegungen mit ein, dann kann man davon ausgehen, dass die Feste Yburg und die Stadt Steinbach im 13. und 14. Jahrhundert das südwestliche Bollwerk der Markgrafschaft Baden bildete.








Zwei Vertreter der Familie der Röder, Burkhart und Heinrich, treten als Mitunterzeichner der Schenkungsurkunde der badischen Markgrafen Hermann VI. und Rudolph I. an das von ihrer Mutter Irmengard gestiftete Kloster Lichtenthal auf. Sie nannten sich "von Iberc", was also den Schluss zulässt, dass beide auf der Burg lebten.
Die Anlage könnte unter Umständen auch eine Ganerbenburg (siehe Ganerbschaft ) gewesen sein, deren Besitz und Wohnmöglichkeiten sich mehrere Familien teilten. Die Architektur der Burg mit zwei Bergfrieden bestärken diese Annahme.

Eine Beurkundung aus dem Jahre 1190, dass Markgraf Hermann V. von seinem Vater die "Herrschaft Iberc" mit den Kirchspielen Steinbach und Sinzheim erbt, kann ebenfalls als Beweis ausgelegt werden, dass die Burg damals nicht nur schon bestand, sondern auch eine Funktion als Lehen und Erbgut besaß.

Aus dem 14. Jahrhundert sind mindestens 10 Urkunden über Besitzwechsel und Neubelehnung vorhanden, aus dem 15. Jahrhundert sind 4 erwähnt.

Da die Yburg eine Grenzbefestigung war, war sie somit auch immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt.






So zog 1333 ein Heer des Straßburger Bischofs gegen die Burg und vernichtete die Adelshöfe in Steinbach. Eine Zerstörung der Yburg wird jedoch nicht erwähnt. Jedoch steht fest, dass die Burg im Bauernkrieg 1525 in Mitleidenschaft gezogen wurde.

1533 erbt Markgraf Bernhard II. von Baden die "Ruine". 1594 besetzte Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach die baden-badenschen Herrschaftslande, da der eigentliche Herr, Markgraf Eduard Fortunat (Sohn des Markgrafen Christoph II. und der Prinzessin Cäcilie Wasa von Schweden) keine sonderliche Lust zum Regieren hatte und sich lieber dem Okkultismus und dem Abenteurerleben widmete.

1620 wurde die Yburg stärker und wehrhafter ausgebaut (zusätzlich Vorwerk, Bastei, Turm und Tor), da der große Bergfried keine wirklich ausreichende Bewachung und Sicherheit bot.

1689 wurde die gesamte Anlage im pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Heere des französischen Königs Ludwig XIV. endgültig zerstört. Stehen blieben einzig und allein die beiden Bergfriede (der Ost- und der Westturm).

1781 und 1782 spalteten mehrere Blitzeinschläge den Ostturm, wobei eine Seitenmauer erhalten blieb.

Von 1888 an wurde der noch erhaltene Teil der Burg gesichert und teilweise restauriert, und 1977 konnte auch die letzte Lücke geschlossen werden.
Dort befindet sich nun eine Gaststätte, die auf den Grundmauern des ehemaligen Palas errichtet wurde.

Natürlich bietet solch eine Ruine auch ausreichend "Nahrung" für zahlreiche Sagen und Legenden. Einige möchte ich hier vorstellen.....


Die Tempelherren

Eine Gründungssage erzählt, dass Tempelherren die Burg erbaut haben sollen. Diese Chorherrenschaft sei aber in einer Nacht umgebracht und ihr Schloss zerstört worden. Seitdem gehen die Geister auf diesem Berg um. Man hört des Nachts Kriegsgeschrei und Waffenlärm, Lachen, Jammern und Wehklagen. Harmlose Leute, die sich in die Nähe wagen, werden mit Steinen beworfen.



Verbannung der Geister

Nahe der Burg, auf dem Klopfengraben, war einst der Versammlungsort der Geister, Hexen und Kobolde. Wie die Sage berichtet, sei das Kloster Fremersberg erbaut und mit frommen Männern besetzt worden, um das Unwesen zu steuern. Die Kapuziner beschworen alle Kobolde und Hausgespenster in Säcke und Schachteln, trugen und bannten sie auf den Klopfengraben und später auf die Yburg, wo sie ein gar tolles und lustiges Treiben führten.




Das goldene Kegelspiel

Die vielen Geister auf der Yburg vergnügten sich gern mit dem Kegelspiel. Ein Junge aus Varnhalt, der in den späten Abendstunden im Wald Holz sammelte, hörte davon und ging aus Neugierde an das Burgtor. Ein alter Mann führte ihn zum Herrenhaus. Zwölf Männer in schwarzen Kleidern und weißen Bärten schwangen hier die schweren Kegelkugeln. Einer von ihnen winkte dem Jungen, die gelben Kegel aufzusetzen, was er mit Furcht und Zittern tat. Als drunten in Steinbach die Mitternachtsstunde schlug, verschwand der ganze Spuk bis auf einen Kegel, den der Junge in der Hand hielt und der, wie sich später zeigen sollte, aus purem Gold war. Ähnliches erlebte in einer hellen Mondnacht ein Mann aus Umweg, dasselbe ein Mann aus Neuweier, der in einer gewitterigen Nacht verbotenerweise ins "Frevle", ins Laubholen ging.





Eduard Fortunat

Ende des 16. Jahrhunderts hausten auf der halbverfallenen Yburg zwei Italiener namens Paul Pestalozzi und Francesco Muscatello, beides Freunde des unglückseligen, verschwenderischen Markgrafen Eduard Fortunat. Die beiden Italiener waren von Fortunat gedungene Falschmünzer, die auf der Yburg ein alchemistisches Laboratorium einrichteten. Die Schwarzkünstler machten sich auf die Suche nach dem Stein der Weisen, mischten Gifte und prägten Falschgeld. Pestalozzi fertigte aus Wachs ein Bildnis des Durlacher Markgrafen Ernst Friedrich an, dem geschworenen Feinde Eduard Fortunats. Eine unter allerlei Zauberformeln gegossene und auf das Wachsbild abgefeuerte Kugel sollte gleichzeitig den Durlacher tödlich treffen, sei er auch noch so weit entfernt. Das Wachsbild wurde an einer Türe befestigt und Fortunat drückte seine Pistole darauf ab. Die Kugel zerschmetterte das Bild, drang durch die dünne Brettertüre und tötete die achtzehnjährige Tochter des Burgvogts, die wunderfitzig an der Türe gelauscht hatte.




Ritter Erkebrecht

Dem zum Raubritter heruntergekommenen, glücklosen Erkebrecht von Yburg starb in kurzer Zeit die Gattin und der noch jugendliche Sohn. Als der Ritter völlig verarmt war, verließen ihn auch die letzten Gefolgsleute. Am Abend der Walpurgisnacht besuchte ein Pilgersmann den vereinsamten Erkebrecht. Das Nachtmahl musste der Pilger selber spenden, da keine Vorräte mehr auf der Burg waren. Der unheimliche Besucher bot dem Ritter unermesslichen Reichtum an, wenn er bei Vollmond in die Grabgewölbe seiner Vorfahren steige und den Boden unter den Särgen aufgrabe. Die Geldgier siegte über das Grauen, das der Ritter bei diesem Gedanken empfand. Er öffnete mit Hacke und Schaufel nacheinander die Gräber seiner Vorfahren, auch die Ruhestätte seiner Gattin und warf die Gebeine in den Burggraben. Zuletzt, als er den Leichnam seines Sohnes im schon aufgebrochenen Sarg erblickte, packte ihn die Reue. Der höllische Gast in Pilgerkleidung rief:"Mut, Ritter von Yburg! Noch ein Wurf, und das Werk ist vollendet!" Doch die Totengestalt des Knaben, vom Licht umleuchtet, erhob sich und rief mit lauter Stimme: "Weiche von hinnen, Höllenfürst. Hier hat deine Macht ein Ende!" Satan entfloh, Blitze erschütterten das Gebäude, und die Mauern der Burg wankten. Am Morgen lag sie in Trümmern, und der Spuk war verschwunden.





Die Müllerin von Zell

vor Zeiten lebte in Zell im Abtstab Schwarzach eine reiche und bitterböse Müllersfrau. Nie gab sie den Armen ein Stück Brot, manche Leute brachte sie durch Prozesse um Hab und Gut. Sie hasste die Geistlichen, besuchte niemals die Kirche und starb eines plötzlichen und unerwarteten Todes. Da ging sie nun als Geist um in ihrer Mühle, bis die Leute zuletzt einen Mönch kommen ließen, der des Geisterbeschwörens kundig war. Der bannte die Müllerin in einen Sack und trug diesen auf die Yburg. Lange Zeit hörte man dort ihre Klage. Tag und Nacht rief sie: "Ich bin die Müllerin von Zell!"
Seitdem aber der Blitz in die Burg eingeschlagen und den einen Turm gespalten hat, ist der Geist verstummt, wie die anderen auch, die dort oben ihrer Erlösung harrten.



Die Begehung des westlichen Bergfriedes (Westturm) war insofern ergiebig, weil die Aussicht von dort oben über das gesamte Badnerland einfach hinreißend ist.












Quelle: Die Yburg - über dem Baden-Badener Rebland (Historischer Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Yburg e. V. 1987)



Liebe Grüße,

Nightshadow
"Die Entscheidungen, die wir treffen, diktieren das Leben, das wir führen. Sei dir selber immer treu!"